Clement Mühle, schon über 100 Jahre im Familienbesitz

Die Clement Mühle ist eine von einst vielen Mühlen an der Raab. Im 17. Jahrhundert war sie als Kornberger Hofmühle im Besitz der Grafen von Stadl. Mit Kaufvertrag vom 19. Juni 1897 wurde die Mühle von Anna Gerstl an Carl Clement verkauft. Dieser baute bald danach eine vierstöckige Kunstmühle an das alte Mühlengebäude an. Während der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde eine Wehranlage errichtet, die durch nachträgliche Verbesserungen auch den heutigen modernen Anforderungen vollkommen entspricht. Gleichzeitig wurden die Wasserräder durch zwei Turbinen mit einer Gesamtleistung von 185 PS (135 kW) ersetzt, deren Kraft heute aber für den Eigenbedarf des Betriebes bei weitem nicht mehr ausreicht.
Nach dem Tode des Herrn Carl Clement im Jahre 1929 übernahm sein Neffe Fritz Clement den Betrieb. Er baute auch das alte Sägewerk aus, modernisierte die technische Einrichtung der Mühle und der Ölpresse und erweiterte seinen Geschäftsbereich durch Umtauschstellen. Leider blieb er nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vermisst.
Um den Mühlenbetrieb weiterführen zu können, legte seine Gattin 1947 die Meisterprüfung ab. In den folgenden Jahren wurde das Sägewerk neu aufgebaut und der Jahreseinschnitt auf 4.000 fm gesteigert.
Im Jahre 1959 trat der Sohn Fritz Clement als Müllermeister in den Betrieb ein, den er seither zusammen mit seiner Mutter als Gesellschaft führte. Zu dieser Zeit wurde auch eine Mischfutter – Erzeugung angegliedert, die bis heute auf eine beachtliche Leistung ausgebaut wurde. Mit der laufenden Steigerung der Mischfutterproduktion ergab sich die Notwendigkeit der Errichtung einer Silogruppe mit einem Fassungsraum von 12.000 Tonnen und eines neuen Mischfutterwerkes. Durch die moderne maschinelle Einrichtung können derzeit etwa 20 Tonnen Mischfutter pro Stunde erzeugt werden. Dieser Leistung entsprechend wurde ein 500 Tonnen Mischfuttersilo zur Loseverladung gebaut und als Abrundung des Unternehmensbereiches eine große Getreidetrocknungsanlage in St. Martin im Burgenland errichtet.
1989 wurde der Betrieb von einer Offenen Handelsgesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt.
1997 wurde das Sägewerk aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, vor kurzem wurde das Areal verpachtet und ein namhafter Supermarkt darauf errichtet.

Seit 2003 führt nun Mag. Fritz Clement die Geschicke des Familienunternehmens in 4. Generation weiter.


Zum Unternehmenskomplex gehört neben der Mischfuttererzeugung  außerdem noch eine Getreidemühle sowie eine Ölpresse, die von nur einer Person und teilweise noch mit Maschinen vom Anfang des Jahrhunderts betrieben wird und so schon eine Art Museum darstellt. Dennoch (oder gerade deswegen) ist das Kernöl der Clement – Mühle weit über unsere Grenzen hinaus bekannt. Diverse Tageszeitungen und Fachzeitschriften aus Übersee haben bereits über das „Styrian Pumpkinseedoil“ aus dem Hause Clement berichtet und von namhaften österreichischen Magazinen wird es zu den besten Kernölen des Landes gezählt. Und obwohl in dieser Sparte ein enormes Wachstumspotential liegen würde setzt die Clement – Mühle weiterhin auf Qualität statt Quantität. So werden täglich nur rund 100 Liter des „schwarzen Goldes“ gepresst, welches laufend für seine hervorragende Qualität prämiert wird und sogar den Einzug in den Gourmetführer „Gault Millau“ geschafft hat.